Einblicke in die Werkstatt

 

 

 

2006 nimmt das Blinden- u. Sehbehindertenförderungswerk (BSFW) mit drei MitarbeiterInnen seinen Betrieb in 1210 Wien, Baumergasse 25 auf.

2008 wird das BSFW von Bernd Ahrens als Geschäftsführer übernommen.
Es folgt die Vergrößerung des Raumangebotes und Übernahme von immer mehr blinden und sehbehinderten MitarbeiterInnen in reguläre Dienstverhältnisse dank der Kooperation mit der Arbeitsassistenz des Blindenverbandes in 1140 Wien.
In Zusammenarbeit mit verschiedenen Arbeitsintegrationsfach-diensten (z. B. der Bandgesellschaft oder Wien Work) erhalten auch Menschen mit verschiedenen anderen Einschränkungen und Behinderungen im Versand oder der Arbeitsvorbereitung Arbeitsplätze.

2010
beginnt der erste BSFW-Lehrgang zum Bürsten- und Pinselmacher im Handeinzug.
In Kooperation mit der Aus-
bildungseinrichtung SEBUS, in der die theoretischen Inhalte vermittelt werden, können sechs Personen im BSFW ihre praktischen Ausbildungseinheiten mit absolvieren.
Die Absol
venten erhalten eine Beschäftigungsgarantie im BSFW.

2013
wird Frau Sonja Moser (selbst Betroffene) die innerbetriebliche (disziplinäre wie fachliche) Handlungsvollmacht für das BSFW übertragen.

2014
Umzug des BSFW aus dem 21. in den 14. Bezirk in den neu geschaffenen Wirtschaftspark Breitensee.
Auf 850 m² wur
de die Werkstatt modernisiert und um eine Näherei erweitert.

2016
Erweiterung der Werkstatt um eine Korbflechterei.

2019
Erweiterung der Werkstatt um eine Stickerei.

2020
Kreation eines neuen Logos und eines Slogans für das BSFW und Registrierung der neuen Wort-/Bildmarke „Blindenwerk. Handwerk mit Mehrwert“ beim Österreichischen Patentamt.Ausblick:

Neben dem sozialen Engagement werden für das
Blindenwerk wirtschaftliche und ökologische Nachhaltigkeit weiter Topthemen sein. So wird der Großteil der Waren lokal in 1140 Wien gefertigt.

Die Rohstoffe kommen dabei größtenteils
aus Österreich. Der Betrieb arbeitet zu hundert Prozent papier-los. Einlangende Papierpost wird eingescannt und das Papier genauso wie die Versandkartons zu Füllmaterial recycelt. Die für die Seifenproduktion verwendeten ätherischen Öle sind zu hundert Prozent natürlich. Und bei den Kerzen wird auf einen möglichst hohen pflanzlichen Anteil geachtet.

Blindenhandwerk - eine saubere Sache Die gravierend hohe Arbeitslosenquote und damit das Ausschalten des enorm wichtigen Lebensbereiches Arbeit zur Schaffung sozialer Kontakte und der Stärkung des Selbstwertgefühls führen bei einem nicht geringen Teil, vor allem bei den behinderten Menschen, zu Rückzug und Resignation und dem Gefühl der Diskriminierung bzw. des Ausgeschlossen Seins vom gesellschaftlichen Leben.
Der behinderte Mensch ist ein Testfall für Menschlichkeit und Verantwortungsbereitschaft. Die blinden und sehbehinderten Handwerker sind wegen ihrer vielfältigen Einschränkungen auf unsere besondere Unterstützung im privaten wie beruflichen Leben angewiesen. Sie beruflich bestmöglich zu integrieren, ist eine ganz besondere gesellschaftliche Aufgabe, wenn wir bedenken, wie wichtig Arbeit und Beruf für diese Menschen sind.